Frische rote Chilis für hausgemachte fermentierte Chili-Sauce

Rezept von Markus Kapeller

Fermentierte Chili-Sauce – hausgemacht & natürlich scharf

Chilis, Salz und Zeit – eine intensive Hot Sauce aus natürlicher Fermentation

„Bei einer Hot Sauce geht es für mich nicht nur darum, wie scharf sie ist. Viel interessanter wird es, wenn die Chilis zuerst mit Salz fermentieren dürfen. Mit der Zeit entstehen Säure und ein deutlich komplexerer Geschmack – die Schärfe bleibt, bekommt aber viel mehr rundherum. Nach der Fermentation mixe ich die Chilis mit Essig zu einer kräftigen, fein säuerlichen Sauce. Ein paar Tropfen reichen oft schon, um einem Gericht ordentlich Feuer und gleichzeitig Geschmack mitzugeben.“
Zum Rezept
Portionen ca. 500 ml
Vorbereitung 20 Minuten
Garzeit 10 Minuten
Schwierigkeit Einfach
Saison Sommer · Herbst

Schritt für Schritt zum Gericht

Chilis waschen, Stiele entfernen und grob schneiden. Bei sehr scharfen Sorten unbedingt mit Handschuhen arbeiten.

Die vorbereiteten Chilis exakt abwiegen und mit 3 % Salz vermengen. Bei 500 g Chilis sind das 15 g Salz.

Chilis in ein sehr sauberes Fermentationsglas geben und kräftig nach unten drücken. Die Chilis sollten möglichst unter der entstehenden Flüssigkeit bleiben. Bei Bedarf mit einem Fermentationsgewicht beschweren.

Das Glas mit einem Fermentationsdeckel verschließen und bei etwa 18–22 °C für 7–14 Tage fermentieren lassen.

Während der Fermentation bilden sich Bläschen und die Chilis entwickeln zunehmend eine angenehm säuerliche, fermentierte Aromatik.

Nach der gewünschten Fermentationsdauer die Chilis abseihen. Die Fermentationsflüssigkeit dabei unbedingt auffangen.

Die fermentierten Chilis mit 150 ml Essig sehr fein mixen. Nach Bedarf etwas Fermentationsflüssigkeit zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Für eine besonders feine Hot Sauce die Masse anschließend durch ein feines Sieb passieren.

Die Sauce abschmecken und bei Bedarf mit zusätzlichem Essig oder etwas Fermentationsflüssigkeit einstellen.

In sehr saubere Flaschen abfüllen und im Kühlschrank lagern.

Persönlich empfohlen

Markus’ Tipp

„Bei der Fermentation müssen die Chilis wirklich vollständig unter der Lake bleiben. Alles, was oben herausschaut und ständig mit Luft in Kontakt kommt, möchte ich vermeiden – deshalb arbeite ich gerne mit einem Fermentiergewicht. Kleine Bläschen und ein angenehm säuerlicher Geruch gehören dazu und zeigen, dass im Glas etwas passiert. Je länger ich die Chilis fermentieren lasse, desto mehr verändert sich der Geschmack. Nach dem Mixen passiere ich die Sauce gerne durch ein feines Sieb und fülle sie anschließend sauber ab.

Chili kann und will ich gar nicht in riesigen Mengen essen. Trotzdem kauft man schnell einmal mehr, als man gerade braucht – bei kleinen Bird’s Eye Chilis liegt dann gefühlt gleich eine ganze Hundertschaft vor einem. Wegwerfen kommt für mich nicht infrage, also muss eine Lösung her. Und weil ich sowieso gerne fermentiere, ist die ziemlich schnell gefunden: Ein Teil kommt in feinen Streifen ins Ferment, aus dem anderen wird eine Hot Sauce. So wird aus einem Überschuss etwas, das ich noch lange und auf ganz unterschiedliche Arten in meiner Küche einsetzen kann.“

Das zeichnet dieses Rezept aus.

Kategorie Saucen · Fermentation
Technik Fermentieren