Roggenvollkornmehl und Wasser zum Ansetzen von Sauerteig

Rezept von Markus Kapeller

Sauerteig selber machen

Mit Mehl, Wasser und Zeit zum eigenen Sauerteig

„Ein Sauerteig beginnt eigentlich ganz unspektakulär: Mehl, Wasser und ein bisschen Geduld. Nach ein paar Tagen merkt man dann, dass da plötzlich richtig Leben drin ist. Genau das fasziniert mich daran bis heute. Wenn man ihn regelmäßig füttert und ein bisschen auf ihn schaut, begleitet so ein Starter einen über viele Jahre und wird zur Basis für richtig gutes Brot. In diesem Rezept zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du ihn ansetzt, fütterst und weiterführst.“
Zum Rezept
Portionen 1 Sauerteigstarter
Vorbereitung ca. 10 Minuten täglich
Garzeit 5–7 Tage Reifezeit
Schwierigkeit Einfach
Saison Ganzjährig

Schritt für Schritt zum Gericht

TAG 1 – SAUERTEIG ANSETZEN

50 g Roggenvollkornmehl mit 50 g lauwarmem Wasser in einem sauberen Glas gründlich verrühren. Es sollen keine trockenen Mehlstellen mehr vorhanden sein.

Das Glas nicht luftdicht verschließen, sondern nur locker mit dem Deckel abdecken. Den Ansatz für etwa 24 Stunden bei möglichst konstanten 24–26 °C stehen lassen.


TAG 2 – ERSTE FÜTTERUNG

50 g vom Sauerteigansatz abnehmen und mit 50 g Roggenvollkornmehl und 50 g lauwarmem Wasser verrühren.

Wieder locker abdecken und für weitere 24 Stunden warm stehen lassen.

Erste kleine Bläschen oder eine leichte Volumenzunahme sind ein gutes Zeichen.


TAG 3 BIS 5 – WEITERFÜTTERN

Den Sauerteig weiterhin täglich im Verhältnis 1:1:1 füttern:

50 g Sauerteigansatz
50 g Roggenvollkornmehl
50 g Wasser

Alles gründlich verrühren und wieder warm stehen lassen.

Der Sauerteig sollte nun zunehmend Bläschen bilden und angenehm säuerlich bis leicht fruchtig riechen.


TAG 5 BIS 7 – IST DER SAUERTEIG BEREIT?

Nach dem Füttern die Höhe des Sauerteigs am Glas markieren.

Ein aktiver Sauerteig sollte sein Volumen innerhalb von etwa 4–8 Stunden deutlich vergrößern und im Idealfall ungefähr verdoppeln.

Zeigt er dieses Verhalten zuverlässig, kann er zum Brotbacken verwendet werden.


SAUERTEIG AUFBEWAHREN

Wer regelmäßig backt, kann den Sauerteig laufend weiterfüttern.

Wird nur gelegentlich gebacken, kommt der Sauerteig nach dem Füttern in den Kühlschrank. Dort genügt normalerweise eine regelmäßige Auffrischung.

Vor dem nächsten Backen den Sauerteig aus dem Kühlschrank nehmen und ein- bis zweimal bei Raumtemperatur füttern, bis er wieder deutlich aktiv ist.

Persönlich empfohlen

Markus’ Tipp

„Sauerteig ist für mich ein kleines lebendes Ökosystem. Eigentlich sind es nur Mehl und Wasser – und plötzlich tummeln sich darin Milchsäurebakterien und Hefen, die für uns einen ziemlich geilen Job machen. Sie sorgen für Trieb, Geschmack und dafür, dass aus ein paar einfachen Zutaten richtig gutes Brot entstehen kann.

Aber wie jedes Ökosystem will auch ein Sauerteig gepflegt und mit Respekt behandelt werden. Füttern, beobachten, ihm Zeit geben und nicht gleich nervös werden, wenn er einmal anders reagiert als erwartet. Manchmal denke ich mir, davon könnten wir uns ruhig eine Scheibe abschneiden: Würden wir mit unserem großen Ökosystem genauso sorgsam umgehen wie mit dem kleinen im Sauerteigglas, hätten wir wahrscheinlich einige Probleme weniger.“

Das zeichnet dieses Rezept aus.

Technik Fermentieren
Hauptzutat Roggenmehl
Restaurant Im ARX serviert